Claudia Lydorf:
Westeuropäische Herrschertestamente um 1200 im Vergleich
Das Promotionsvorhaben wird
sich mit den Testamenten westeuropäischer Herrschaftsträger
an der Wende des 12. zum 13. Jahrhundert beschäftigen. Geplant
ist eine vergleichende Analyse der Testamente französischer, englischer,
spanischer und aus dem Deutschen Reich stammender Fürsten und Herrscher.
Ein Schwerpunkt bei der Analyse
der Urkunden und Quellenberichte wird die rechtsgeschichtliche Untersuchung
bilden. So sind u.a. das Urkundenformular, die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten
des Erblassers bei der Abfassung seines letzten Willens sowie die Einflüsse
des kanonischen und römischen Rechts auf die Testierpraxis von
großem Interesse. Darüber hinaus soll näher beleuchtet
werden, aufgrund welcher Motive und unter welchen Umständen der
sterbende Herrscher/Fürst sein Testament verfassen lässt.
Eine Vielzahl von Untersuchungsgegenständen ergibt sich aus dem
heterogenen Inhalt der einzelnen Testamente. Dabei haben die letztwilligen
Verfügungen, insbesondere die der Herrscher, auch eine breite Rezeption
in erzählenden Quellen und der Chronistik erfahren. Diesem Aspekt
soll ebenfalls nachgegangen werden. Weiterhin stellt sich die Frage,
ob letztwillige Verfügungen um 1200 überhaupt rechtliche Verbindlichkeit
besaßen. Deshalb wird untersucht werden, in wie weit die Herrscher-
und Fürstentestamente nach dem Tod des Testierenden tatsächlich
umgesetzt wurden.
Ziel der Arbeit ist es, die
Gemeinsamkeiten und die Unterschiede in der westeuropäischen Testierpraxis
aufzuzeigen.
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