Kurzbeschreibung:

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Caroline Meibom: Auswirkungen der Gesetzgebung in Großbritannien im 2. Weltkrieg auf die Privatautonomie


Im ersten Teil der Arbeit sollen die staatlichen Eingriffsmöglichkeiten und ihre rechtlichen Grundlagen dargestellt werden.

In einem zweiten Teil sollen die Auswirkungen der Ausübung dieser Eingriffsmöglichkeiten auf die Privatautonomie dargestellt werden.

Hauptsächlich sind diese Eingriffsmöglichkeiten entgegen einem weit verbreiteten Glauben durch Gesetze entstanden, bzw. in Gesetzen verankert worden. Dabei hat sich der Gesetzgeber in vielen Fällen an den Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg orientiert.

Meine Arbeit befaßt sich mit den Gesetzen, die in England im zweiten Weltkrieg erlassen wurden, jedoch ausschließlich mit solchen, die sich unmittelbar mit der Situation Englands im Krieg befassen, die also versuchen, die Konsequenzen eines Krieges für eine Nation und den einzelnen Staatsbürger gesetzgeberisch zu erfassen, zu verändern oder abzumildern.

Die Arbeit konzentriert sich auf die Eingriffsmöglichkeiten, die im Rahmen der täglichen Arbeit der Praktiker - der Anwälte und Richter - von Bedeutung waren, die also am häufigsten in Rechtsstreiten relevant wurden.

Ausgeschlossen sind die Gesetze, die sich mit den Kriegsfolgen nach Ende des Krieges befassen, unabhängig davon, wann diese Gesetze erlassen wurden.

Bei der Analyse der Gesetze benutze ich vornehmlich folgende Kriterien bzw. habe folgende Fragestellungen untersucht:

- Wie wurden vertragliche Verpflichtungen geändert? Welche Mittel nutzte man? Welche Ergebnisse wurden erzielt?
- Wie wurde mit Hilfe der Gesetze und Verordnungen in den freien Warenverkehr eingegriffen? Welche politischen Zielsetzungen standen dahinter?
- Waren diese Gesetze auch im Hinblick auf eventuelle Abweichungen zum Common Law akzeptiert?
- Kam es zu einer Zunahme staatlicher Eingriffe im Bereich des Privatrechts, d.h., wurden die Gesetze zunehmend zu einem Instrument der unmittelbaren politischen Gestaltung im Einzelfall?
- Gab es eine Zunahme von Sanktionen?
- Wie wurden die Gesetze gefaßt, gab es weite oder eher präzise Festlegungen ?
- Wurde die Lenkung und Gestaltung durch den Staat insgesamt intensiver?
- Wie lange dauerten die Gesetzgebungsverfahren?
- Können die neuen Gesetze als freiheitssicherndes Instrument gesehen werden, oder wurden die staatsfreien Räume immer weniger, so daß die Bürger sich in neuen Bereichen zunehmend neuen Verpflichtungen und autoritären Regelungen ausgesetzt sahen?


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Diese Seite ist vom 15. Mai, 2002