Nora Oelmüller:
Das Verfahren vor dem Oberappellationsgericht der vier freien Städte
Deutschlands zu Lübeck
Warum wurde das Oberappellationsgericht zu Lübeck als ein besonders bedeutendes Gericht seiner Zeit angesehen? Als "gelehrter" Gerichtshof wie Rudolf von Jehring das Gericht bezeichnete? Die Arbeit eines Gerichts lässt sich nicht allein an den materiellen Entscheidungen und deren Auswirkungen messen; gerade das formalisierte prozessuale Verfahren, als der Konsens der Parteien und als das staatlich zur Verfügung gestellte Verfahren, gibt Auskunft über die Art der Entscheidungsfindung und deren Ausgestaltung durch das Gericht. Wie wurden die zahlreichen, einschneidenden Neuerungen der Rechtswissenschaft auf dem Gebiet des Prozessrechts wie beispielsweise Mündlichkeit und Öffentlichkeit eines Verfahrens in der Praxis umgesetzt? Anhand der Gerichtsakten und der zeitgenössischen Literatur über das Prozessrecht wird untersucht, wie das Gericht zu einer Entscheidung gelangte und inwieweit das zivil- bzw. strafprozessuale Verfahren dem Stand der Wissenschaft entsprach.
Doktorvater: Prof. Dr. Peter Oestmann (Münster)
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