Marie Louise Seelig: Die Arbeitsrechtskonzeption bei Heinz Potthof
(1875-1945)
In der Arbeit soll die Arbeitsrechtskonzeption des Sozialpolitikers
und Arbeitsrechtlers Heinz Potthoff anhand einer chronologisch-systematischen
Werkbiographie dargestellt und analysiert werden.
Heinz Potthoff (1875-1945) gilt als einer der bedeutendsten Arbeitsrechtler
seiner Zeit. Als Mitglied des Reichstages, Mitglied der Kommission zur
Schaffung eines einheitlichen Arbeitsrechts in der Weimarer Republik,
Regierungsrat im Reichsarbeitsministerium und als Herausgeber der Zeitschrift
"Arbeitsrecht" hat er die Entwicklung des Arbeitsrechts entscheidend
vorangetrieben. Während schon Monographien über die anderen "Väter des
Arbeitsrechts" Lotmar und Sinzheimer erschienen sind, fehlt eine solche
zu dem Werk Heinz Potthoffs. In der dreiteilig angelegten Arbeit soll
daher ein Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke geleistet werden.
In dem ersten Teil der Arbeit werden nach einem kurzen Abschnitt über
die Kindheits- und Jugendjahre die wesentlichen beruflichen Stationen
im Leben von Heinz Potthoff nachgezeichnet und in den historischen Kontext
eingeordnet. Hierbei soll insbesondere sein soziales und intellektuelles
Umfeld als geistiger Nährboden aufgearbeitet werden, um eine mögliche
Wechselwirkung zwischen seinem beruflichen Werdegang, den politischen,
wirtschaftlichen und sozialen Ereignissen und seiner Arbeitsrechtskonzeption
aufzuzeigen. Im zweiten Teil erfolgt dann eine chronologisch-systematische
Werkanalyse. In vier zeitlich geordneten Abschnitten zu dem Kaiserreich,
dem 1. Weltkrieg, der Weimarer Republik und dem Dritten Reich wird seine
Arbeitsrechtskonzeption unter den für diese Zeit charakterisierenden
systematischen Gesichtspunkten analysiert. Dabei werden unter anderem
sein Engagement für ein einheitliches Arbeitsrecht, seine Ausführungen
zum Angestelltenrecht und zum Arbeitsvertrag in die zeitgenössischen
Arbeitsrechts- und Sozialpolitikdebatten eingebettet. Eine genaue Kontextanalyse
ermöglicht es, sich dem Ursprung und der Bedeutung der Potthoffschen
Begrifflichkeiten und Gedankengebäude anzunähern und somit seine Arbeitsrechtskonzeption
im jeweiligen historisch-politischen Zusammenhang zu begreifen. Dieser
Untersuchungsansatz bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die Kontinuitäten,
Brüche und Entwicklungen in seiner Konzeption des Arbeitsrechts im Spiegel
der Zeit vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Dritten Reich aufzuzeigen.
In einem letzten Teil soll die Methodik und Systematik in Heinz Potthoffs
Arbeitsrechtskonzeption herausgearbeitet werden. Potthoff, der von der
Ausbildung her sowohl Volkswirt als auch Jurist war, hat das Arbeitsrecht
sehr stark nach ökonomischen Rationalitäts- und Effizienzkriterien analysiert
und konzipiert. In einem Ausblick soll daher auch der Frage nachgegangen
werden, inwieweit sich in dieser Vorgehensweise Parallelen zu der heutigen
ökonomischen Rechtstheorie und Institutionenökonomik aufzeigen lassen.
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