Christina Wanke:
Die Arbeit behandelt die Methoden und Vorgehensweisen des Ministeriums
für Staatssicherheit im Umgang mit den Zeugen Jehovas als religiöse Minderheit
in der DDR. Besonderes Augenmerk soll auf die 70er und 80er Jahre gelegt
werden, in denen sich der Umgang mit den Zeugen Jehovas vornehmlich auf
Zersetzungs- und Oberservierungsmaßnahmen durch das MfS konzentriert hat.
Es wurde ein zentraler operativer Vorgang (ZOV) "Sumpf" angelegt und rechtlich
mit Ordnungsstrafverfügungen wegen Verstosses gegen das Vereinsgesetz
reagiert. Auch befassten sich 8 Abschlussarbeiten der Juristischen Hochschule
in Potsdam mit Maßnahmen gegen die Zeugen Jehovas. Diese Form der Verfolgung
wird jedoch vor dem Hintergrund der in den 50er und 60er Jahren erfolgten
strafrechtlichen Repression, die nach dem Verbot der Zeugen Jehovas in
der DDR massiv betrieben wurde, gesehen werden müssen. Daher wird auch
die Zeit des Verbots der Zeugen Jehovas eingegangen und exemplarisch der
erste grosse Schauprozess vor dem Obersten Gericht der DDR, dessen Vorsitz
Hilde Benjamin führte, behandelt. Zur Zeit ist die Quellenarbeit nur eingeschränkt
möglich, da entscheidende Akten in Aussenstellen des BStU liegen und dort
vorerst zur vorrangigen Einsichtnahme durch Betroffene verbleiben.
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